Hallo meinen lieben Frauen,

einen wunderschönen Tag wünsche ich euch. 

Ich nutze ihn, um hier einmal eure Idee aufzugreifen, die eine oder andere Hausapotheke für ätherische Öle zum Besten zu geben. Ich kann mich noch nicht entscheiden, ob das nun genial einfach werden wird, oder aber äußerst kompliziert. 

Genial einfach ist aber eines schon mal:

In die Handtasche gehören der wilde Berglavendel und Rosmarin verbenon. 

Die beiden sind quadratisch, praktisch, gut und haben wohl den vielfältigsten und häufigsten Einsatzbereich. über beideÖ le ließe sich ein Buch schreiben.

Mit dem Lavendel bin ich ganz schnell wieder in meiner "Mitte", mit dem Rosmarin verbenon ganz schnell wieder gestärkt. Es sind zwei der wenigen ätherischen Öle, die sich bedenkenlos pur und direkt auf der Haut anwenden lassen. Einzeln oder auch zusammen. 

Überlegen wir nun einmal, welche wichtigen ätherischen Öle sich in einer kleinen Hausapotheke gut machen würden.:

Basilikum:

Wir brauchen es bei Verdauungsproblemen aller Art (gerne zusammen mit der Minze). Und es ist für mich DAS ätherische Öl um die Nerven wieder ins Lot zu bekommen. Schön ist, dass wir unter der Wirkung von Basilikum nicht das Gefühl haben, sediert zu sein, also schläfrig zu werden. Im Gegenteil ist sogar oft so, dass man das Gefühl bekommen, die Spannkraft erhöhe sich davon. Das ist eine ganz schöne Art der Nervenentspannung. Einfach ein bis zwei Tropfen auf den Puls am Handgelenk einmassieren, das genügt vollkommen. Denkt immer dran, man muss die ätherischen Öle nicht alle "essen", über die Haut nehmen wir sie wunderbar und schonend auf.

 

Bergbohnenkraut:

Es ist unser Antibiotikum. Es ist ein sehr heißes Öl, bitte unbedingt dran denken, es auch bei Applikation über die Haut vor her zu verdünnen. Vielleicht bestellt ihr ja einfach mal drei, vier leere 8 ml Fläschchen mit. Das fällt ihr mit Olivenöl und gebt einen Tropfen Bergbohnenkraut hinzu. Dieses dann dreimal täglich auf den Puls reiben.

 

Eukalyptus:

Unerlässlich bei allen Erkrankungen oder Reizungen der Atemwege.

Eukalyptus globulus nicht für Kinder unter 7 Jahren, diese bekommen besser den Eukalyptus radiata. Das gilt jedenfalls für die diesjährige Ernte, denn der globulus ist sehr intensiv.

Erwachsene: Ein Tropfen Eukalyptus globulus auf den Puls, ein weiterer Tropfen direkt auf ein altes Baumwoll-T-Shirt, auf die Brust geben.

Babys: Auf einen Wattebausch einen Tropfen Eukalyptus radiata oben am Himmel an einem Faden aufhängen. Denkt immer dran: viel Hilft nicht viel.

 

Inhalation:

Ein leeres Fläschchen mit Hydrolat Thymian thymol füllen dazu einen Tropfen Minze, einen Tropfen Ravensara und einen Tropfen Eukalyptus. Gut verschütteln und direkt eine kleine Portion davon in den Pari-Boy geben. Falls der Husten nicht gelöst ist., geben wir noch einen Tropfen Ysop dazu, bei Babys vom Bergysop.

Wer keinen Pariboy hat, der inhaliere vom Wattebausch aus. Glaubt nicht, dass man heiß inhalieren muss, wie man das aus alten Filmen kennt. Das muss nicht sein, da kann man lieber mal in die heiße Wanne steigen.

 

Fenchel:

Den wilden Fenchel brauchen wir bei allen Arten von Bauchschmerzen. Egal ob bei Menstruationskrämpfen oder bei Verdauungskrämpfen. Stellt euch einmal vor, wir haben einen Darm , der 12 Meter lang ist! Da kann es schnell sein, dass der mal krampft. Dann geben wir halt in ein 8 ml Fläschchen Olivenöl einen halben Tropfen Basilikum (die diesjährige Ernte ist enorm intensiv, man benötigt wirklich nur sehr, sehr wenig!!), zwei Tropfen Fenchel, zwei Kümmel, drei Lavendel, zwei Rosmarin verbenon und massieren damit die Bauchdecke.

Bei Kindern ein 20ml Fläschchen mit Olivenöl nehmen. Oder sogar mehr. 

 

Karottensamen:

Unser Zellerneuerer. Hieraus können wir uns prima ein Gesichtswasser herstellen: In 10 ml Rosenhydrolat geben wir 6 Tropfen ätherisches Karottensamenöl. Das wäre eine Konzentration von ca . 3 % und entspricht einer Maske. Nur einmal die Woche anzuwenden. Das Wasser in die gereinigte Haut einmassieren und mit einer guten Tagescreme drüber gehen. Fertig.

Für die tägliche Anwendung genügen 2-4 Tropfen auf 10 ml. 

Man kann sich auch ein Gesichtsöl herstellen: Auf ein gutes Basisöl (ich liebe Haselnussöl, wer aber eher fettige Haut hat, der bevorzuge Mandelöl ) 2 Tropfen ätherisches Öl Rose de France und 2 Tropfen Karottensamenöl. Das würde ich abends auftragen und über Nacht einwirken lassen.

Probiert es selbst aus, denkt immer dran: viel hilft nicht viel, die ätherischen Essenzen wirken in hoher Verdünnung immer viel besser als in niedirger. Sandelholz zum Beispiel entwickelt die besten antibiotischen und antiviralen Eigenschaften erst bei einer Verdünnung von 1 zu 64 000.

 

Kümmel:

Den brauchen wir neben dem Fenchel und dem Basilikum als Verdauungsspezialisten. Gehört in jedes Bauchöl.

 

Lorbeer:

Lorbeer brauchen wir immer dann, wenn wir Durchhaltekraft brauchen. In stressigen Zeiten, in Klausurzeiten, im Stau. Wann immer wir irgendetwas "durchhalten" müssen, und besonders dann, wenn wir diesen Kraftakt noch nicht einmal richtig einsehen, dann wirkt eine Mischung aus Lorbeer und Ravensara wahre Wunder. Je einen Tropfen aufs Handgelenk geben. Wer ihn mehr als einmal braucht (zb im Stau) der sollte sich eine kleine Flasche Olivenöl nehmen, je zwei Tropfen Lorbeer und Ravensara hinzugeben und diese Mischung auf den Puls geben. Ganz prima ergänzen würde hier auch Rosmarin verbenon. 

 

Minze:

Auch das ätherische Öl der Minze gibt genug Stoff für ein Extrabuch. Sie ist vielleicht eines der probatesten ätherischenÖ le überhaupt.

Viele Menschen geben einfach ein Tropfen Minze auf ein Stück Zucker und essen dies. Probiert es aus, wenn's euch mal übel wird, Brechreiz besteht, oder die letzte Mahlzeit mal eben nur zu üppig war. Man kann sie auch prophylaktisch nehmen, wenn eine Magen-Darm-Grippe umhergeht. Die kleinen Babys bekommen sie bitte wieder:1 Tropfen auf einem Wattebausch, dieser wird über die Wiege oder den Kinderwagen gehängt. 

Das ätherische Öl ist und bleibt sehr intensiv, viele bevorzugen daher das Hydrolat für die innere Einnahme. Aber das gilt ja für alle ätherischen Öle. 

Was viele Menschen nicht wissen: Minze brennt zwar auf der Zunge, nicht aber auf frischen Wunden. Ich hab das damals so in der Heilpraktikerschule gehört, traute mich aber ewig nicht, dies aber auch wirklich zu glauben. Es dauerte einige Zeit, bis ich mich wagte, direkt in eine frische Schnittwunde am Finger dann auch endlich einmal den vielgepriesenen Tropfen Pfefferminzöl zu geben. ( Gleich nach dem draufträufeln des Pfefferminzöles drückt man die Wunde für einige Zeit zu ) Ich holte tief Luft und erwartete dann den "Salto rückwärts", den ich vor brennenden Schmerzen machen würde - aber der blieb tatsächlich aus.

Es tat überhaupt nicht weh. Und meine Schnittwunde verheilte so schnell, wie ich es noch nie vorher gesehen hatte.

So gehört des gute Pfefferminzöl also in die Küche, gleich neben die Arnika und die Rescue-Remedy- Tropfen.

 

Ravensara:

Dies ist ein ganz herausragendes Anti-Grippe-Mittel. Und auch eines meiner Lieblingsmittel.

Es wirkt antiviral, und hat eine ganz besondere Stärke gegen Herpesinfektionen. Hiermit ist Herpes labialis ebenso gemeint wie Windpocken und die Gürtelrose. Hier ergänzt es sich mit der Rose.

Herpesmischung: auf 5 ml Rosenhydrolat gibt man 6 Tropfen Ravensara, 6 Tropfen Lavendel und 4 Tropfen Karottensamenöl. (Wer noch Sandelholz zuhause hat, kann einen Tropfen davon hinzufügen) Hiermit die Herpes labialis direkt befeuchten, sauber arbeiten (Q-Tipp verwenden und anschließend wegwerfen), das muss man recht häufig tun, und je früher man beginnt, desto besser ist es. 

Aber ganz besonders in der psychischen Wirkung ist Ravensara ganz wunderbar und vielseitig einsetzbar. Ravensara ist ein direkter Partner von wildem Berglavendel und Rosmarin verbenon. Man sagt, es geht vom der Erde bis ab in den Space, ein ätherisches Öl also, welches uns ebenso Bodenständigkeit wie höchste Spiritualität zu vermitteln weiß. Manche Therapeuten bezeichnen Ravensara als einen spirituellen Lehrer. Ich kann nicht sagen, ob das so ist. IN jedem Fall aber wird uns Ravensara helfen, Entscheidungen zu füllen. Wenn wir diese Entscheidung gefüllt haben, dann werden wir merken, dass wir Ravensara nicht mehr benötigen. Deshalb heißt es auch "Ravensara kommt, bringt eine Entscheidung - und geht dann wieder"

Lavendel bringt uns ja so ganz wundervoll in die "Mitte", und bildet so gemeinsam mit Ravensara eine ganz ausgezeichnete Stärkung unserer Persönlichkeit. 

 

Rose:

Schau doch auf jeden fall noch mal hier im Forum nach und lest, was ich zu den einzelnen Essenzen geschrieben habe. Ich glaube , es gibt hier so etwas 30 Kilometer allein über die Rose. Halten wir fest, dass auch hier einerseits die Heilkraft für die körperliche Ebene enorm ist, und andererseits die seelische Ebene aber auch gestützt, entwickelt und gefördert wird.

Die Rose verträgt sich gut mit Karottensamen und mit Ravensara.

 


 

Schafgarbe:

Ätherisches Schafgarbenöl ist ein Blutstiller, eine kleine Arnika der Aromatherapie. Ers ist sehr hochwertig, schaut, ob ihr vielleicht mit 1 oder 2 ml beim Einkauf auskommt.

Erste-Hilfe-Tropfen: Auf 10 ml Lavendelhydrolat gibt man 2Tropfen Schafgarbe, 2 Tropfen 2 Tropfen Ravensara, 2 Tropfen römische Kamille, 1 Tropfen Nelke. 

Mit Schafgarbe arbeitet man immer dann, wenn Schmerzen vorliegen, nach Verletzungen, bei Gelenksschmerzen.

 

Zimtblätter:

Ein sehr konzentriertes und kräftiges ätherisches Öl, man benötigt nur sehr , sehr, sehr wenig, und sollte es niemals pur verwenden. Unschlagbar jedoch sind seine antibakeriellen Eigenschaften. Es ist ein Partner des Bergbohnenkrauts, welches ebenfalls ein "Brenner" ist. 

Zur Infektabwehr: In 20 ml Hydrolat Bergbohnenkraut gibt man 1 bis 2 Tropfen Zimtblätteröl und 2 Tropfen Rosmarin verbenon. Vor jeder Einnahme gut verschütteln.

Den Saft einer Zitrone mit heißem Wasser aufgießen, 1 Teelöffel unserer Mischung dazugeben, mit Honig abrunden und morgens trinken.

 

Zitronenöl:

Zitronenöl ist ein wunderbarer Blutverdünner. Verbunden mit einer ausreichenden täglichen Trinkmenge schafft sie ideale Vorraussetzungen für eine gute Viskosität unseres Blutes.

Es hilft gegen übelkeit, Reisekrankheit und baut Fett im Körper ab. 

In der Schwangerschaft ist uns eine hohe Blutviskosität sehr willkommen, besonders in der Frühschwangerschaft. Hier empfiehlt sich ein Massageöl : Auf 20 ml Haselnussöl je 5 Tropfen Zitronenöl, Rosmarin cineol und Minze. Damit morgens den Bauchraum einreiben. 

Zitrusfrüchte werden besonders von Kindern sehr gemocht. Sie haben eher umhüllende psychische Eigenschaften, und das ist das, was unsere jüngsten doch so sehr brauchen. Uns Erwachsene gibt der Lavendel so viel Kraft, weil er uns in die Mitte bringt. Kleine Kinder und Babys aber, die sind immer in ihrer Mitte, alles was ihnen fehlt ist der Schutzmantel, eine Umhüllung, so wie die umhüllenden Arme der Mutter, so wie das Umhällt sein im Mutterleib.

Zitrusfrüchte vermitteln diese Hülle wieder. 

In der Raumluft - und hier kommt ausnahmsweise dann doch einmal eine Aromalampe zum Einsatz - desinfiziert und reinigt die Zitrone. 

 

So meine Lieben,

das wär es fürs erste. Gerne schau ich mir noch mal bestimmte Themen an, zu denen ich dann ein paar Ideen aufschreibe. Ich dachte ich schau mir mal die Frauenthemen an und Heike schreibt mal was zu den Kinderölen?

Dieses hier wäre eine Anregung für eine ganz normale Hausapotheke. Damit kommt man schon ganz schön weit. Bedenkt, wie wenig der ätherischen Öle man tatsächlich benötigt. Sie halten sehr lange, und ihre Qualität wird Jahr um Jahr noch steigen, so wie bei einem guten Wein. (Ausnahme: Zitrusöle) 

Ihr helft mir, wenn ihr konkrete Fragen habt und sie mir mitteilt.

Dann schauen wir mal, wie wir das gemeinsam hinbekommen, ja ? 

 

Lieber Gruß,

Biggi

Rosmarin verbenon:

Der macht süchtig!

Auch ihn habe ich euch schon beschrieben. Lasst es euch gerne noch mal auf der Zunge zergehen.

Allein seine entgiftende Kraft ist unvergleichlich. Vom ganzheitlichen Ansatz her, kann jeder guten Kur immer auch eine Entgiftung vorangehen. Da ist es egal, ob wir monatsregelfördernde Lotionen basteln, oder eine Erkältung kurieren. Jede Kur verläuft besser, wenn vorher oder parallel entgiftet wird. 

Entgiften kann man , in dem man sich eine morgendliche Ölmischung herstellt und damit gezielt den Bauch- und Oberbauchraum täglich einölt, sowie den Nacken.

Ein Beispiel: Auf 20ml Körperöl eurer Wahl (Haselnussöl transportiert die ätherischen Öle schnell und sehr tief in den Körper) 5 Tropfen Rosmarin verbenon, 7 Tropfen Rose und 3 Tropfen Nelke. 

Wer gerne eine "innerliche" Kur machen möchte, der gebe auf 50 ml Wasser wenige Tropfen Rosmarin verbenon und wenige Tropfen Zitronenöl. Gut schütteln, auch vor jeder Einnahme. Von diesem Aromawasser die Menge eines Esslöffels mit frischem Wasser aufgiessen und trinken. Oder in Kräutertee mischen. Es macht auch hier wenig Sinn, viel einnehmen zu wollen. Grundsätzlich mal so als Faustregel: Wer von Aromawassern rülpst, hat entweder vergessen zu schütteln, oder schlichtweg zu viel davon genossen.

© Texte: Birgit und Heinke Zart, Bilder Gisela Haase . Alle Rechte vorbehalten
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